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Größe des künftigen Kirchenkreistages wurde festgelegt

Kirchenkreistag des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland tagte in Ardorf /Haushalt für 2012 verabschiedet


VON VERONIKA HANSBERG


Ardorf /KKH. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kirchenkreistages des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland Dr. Karl-Heinz Menßen (Wittmund) nahm Ortspastor Thomas Thiem die anwesenden Mitglieder des Gremiums mit auf eine gedankliche Reise in den Tessin zu einer alten Taufkirche und erinnerte in seiner Andacht an Ostern und die Taufe.

Superintendentin Angela Grimm (Esens) berichtete über Veränderungen in der Pfarrstellenbesetzung im Kirchenkreis. Pastorin Stefanie Stubbendiek ist seit Anfang Dezember in der Kirchengemeinde Burhafe/Blersum tätig. Seit Anfang Februar bekleidet Pastor Holger Erdwiens die Pfarrstelle der verbundenen Gemeinden Westerbur/Westeraccum/Roggenstede mit Anteilen in Esens. Pastorin Christine Lammers hat im Februar ihre Pfarrstelle in Ochtersum verlassen und wird vermutlich ihre jetzige Schulpfarrstelle an der Kooperativen Gesamtschule in Wittmund zum neuen Schuljahr noch aufstocken können. Für die Pfarrstelle in Westerholt läge ein Votum des Kirchenvorstandes vor. Die Aufstellungspredigt der Bewerberin ist für den 13. Mai 2012 um 10:30 Uhr in der Westerholter Friedenskirche geplant. In der Kirchengemeinde Spiekeroog hat Anfang März Pastor Andreas Flug seine Stelle angetreten. Ferner berichtet Grimm von der Versammlung aller Superintentinnen und Superintendenten der Landeskirche Hannovers in Loccum, auf der mitgeteilt wurde, die Kirchensteuereinnahmen seien stabil. Der Abbau aller nicht benötigten Gebäude in der Landeskirche solle weiter vorangetrieben werden. Schließlich hielt Grimm noch Rückschau auf die Wahl der neuen Kirchenvorstände im März. Schon jetzt kündigte sie für das nächste Jahr einen Tag der Kirchenvorstände in Hannover und auch im Kirchenkreis an, zu dem dann alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher eingeladen würden. Weiterhin beschäftigte den Kirchenkreistag die Finanzierung der Mehrkosten des Kirchenamtes in Aurich, das vor zwei Jahren neu errichtet wurde. Die über die Planung hinausgehenden rund 50 000 Euro würden zwischen den beteiligten Kirchenkreisen Harlingerland, Norden, Aurich und Emden aufgeteilt, erläuterte Pastor Jürgen Neese als Vorsitzender des Finanz- und Stellenplanungsausschusses. Der Anteil des Harlingerlandes wird - dem Vorschlag des Ausschusses folgend – aus Rücklagen finanziert.

Außerdem teilte Neese mit, dass dem Kirchenkreis eine erhöhte Gesamtzuweisung für 2012 um 8300 Euro für die Abdeckung gestiegener Personalkosten aus Hannover zugute kommt. Dieses wird unter den einzelnen Gemeinden im Harlingerland aufgeteilt. Sodann stellte die stellvertretende Kirchenamtsleiterin Susanne Renz den Haushalt für das Jahr 2012 vor. Dabei sind folgende Bereiche zu finanzieren: Zuweisungen an die Kirchengemeinden, Diakonische Arbeit - darin enthalten die Arbeit der Kindertagesstätten in der Trägerschaft des Kirchenkreises – Leitung und Verwaltung, die ev. Jugendbildungsstätte Asel, Aufgaben im übergemeindlichen Bereich, wie z.B. der Kreisjugenddienst und die Urlauberarbeit. Die Delegierten aus den Kirchengemeinden stimmten dem Entwurf mit Ausgaben und Einnahmen in Höhe von 5,4 Mio Euro zu. Nach der Wahl der neuen Kirchenvorstände, die im Juni in ihren Gemeinden in ihr Amt eingeführt werden, wird sich zu Beginn des nächsten Jahres auch der Kirchenkreistag neu konstituieren. Eine neue gesetzliche Vorgabe der Landeskirche sieht eine Verkleinerung der Kirchenkreistage in den Kirchenkreisen vor. Nach der neuen Vorgabe entsenden künftig nicht mehr die Gemeinden Vertreter in den Kirchenkreistag, sondern die Kirchenkreistagsmitglieder werden im Herbst in diesen Jahres in Wahlbezirken gewählt. Die Wahlbezirke legte der Kirchenkreistag auf fünf fest: Holtriem, Südkreis, Wittmund, Esens und die Inseln Langeoog/Spiekeroog. Der Kirchenkreis Harlingerland ist bestrebt jede Gemeinde mit mind. einem Sitz im Kirchenkreistag vertreten zu haben. So beschloss der Kirchenkreistag nun in seiner Sitzung die maximale Größe des Gremiums, die das Gesetz zulässt. Das sind für die neue Wahlperiode 63 gewählte Mitglieder aus den Gemeinden des Kirchenkreises sowie 10 vom Kirchenkreistag zu berufene Mitglieder. Ferner stimmten die Anwesenden der Änderung des Namens für den Sprengel Ostfriesland in „Sprengel Ostfriesland-Ems“ zu. Nach der Verringerung der Anzahl der Sprengel in der Landeskirche im Jahr 2007 war der Kirchenkreis Emsland-Bentheim zu den ostfriesischen Kirchenkreisen hinzugekommen. Abschließend berichteten verschiedene Ausschüsse des Kirchenkreistages über ihre Arbeit in der vergangenen Wahlperiode. Christian Cordes (Esens) stellte die Arbeit des Diakonieausschusses vor, der sich um zahlreiche diakonische Projekte bemüht und diese umgesetzt hat. Eine große Herausforderung sei die Verknüpfung von ehren- und hauptamtlicher Arbeit. Ihre Aufgabe sei es, „denen eine Stimme zu geben, die es brauchen“, so Cordes. Für den Immobilienausschuss berichtete Anneus Buisman (Esens) und erinnerte dabei an viele Renovierungen und Instandsetzungen von Pfarrhäusern und Kirchen, von „Baubereisungen“ , von der Zusammenarbeit mit dem Amt für Bau- und Denkmalpflege und dem Kirchenamt in Aurich (früher Wittmund). Auch Energiesparkonzepte und Klimaschutz habe den Ausschuss in den letzten Jahren zunehmend beschäftigt. Für den Schul- und Jugendausschuss fasste Kreisjugendwart Matthias Conrad (Esens) die Arbeit zusammen. Vor allem sei die schulnahe Jugendarbeit in den Blick gerückt. Erfreulich sei auch, dass an der ev. Jugendbildungsstätte Asel eine halbe Stelle für eine Bildungsreferentin geschaffen werden konnte, die schwerpunktmäßig die Kooperation mit den Schulen suche. Bildungsarbeit sei wichtig für die Kirche. „Jugendarbeit blickt immer voraus“, so Conrad. Für den Arbeitskreis „Bestattungskultur“ zog Karl-Heinz Menßen das Fazit, dass in den Kirchengemeinden wenig Interesse für die Schaffung eines zentralen Waldfriedhofes bestünde und deshalb der Arbeitskreis seine Arbeit vorerst ruhen lasse. Die Kirchengemeinde Marx stellt momentan aber Überlegungen an, einen Teil ihres Friedhofes als Waldfriedhof zu gestalten.

Der Abend schloss mit dem Reisesegen. Der Kirchenkreistag wird in dieser Besetzung am Ende des Jahres zu einem letzten Treffen zusammenkommen, um Bilanz zu ziehen. Im Jahr 2013 nimmt der neue Kirchenkreistag seine Arbeit auf.


Veronika Hansberg, 27.4.2012




Pastorenstellen werden bis 2016 nicht gekürzt

Kirchenkreistag Harlingerland: Stellen- und Finanzplanung bis 2016 verabschiedet;

Resolution an die Synode der Landeskirche

 

Leerhafe / KKH.  Der Kirchenkreistag Harlingerland, das Parlament des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland, das die Interessen von über 40.000 Gemeindegliedern vertritt, tagte im Gemeindehaus Leerhafe unter dem Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen, Wittmund. Schwerpunktthema der Versammlung waren die mittelfristigen Ziele (Grundstandards) und die Stellen-und Finanzplanung des Kirchenkreises für die Periode 2013 bis 2016.

 

Nach einer Andacht von Pastor Ecko Wille berichtet Superintendentin Angela Grimm zu Beginn der Sitzung über Aktuelles aus dem Kirchenkreis, insbesondere über die Situation bei der Besetzung vakanter Pfarrstellen. Die vor wenigen Monaten noch schwierige Situation hat sich deutlich entspannt. Es ist zu erwarten, dass im kommenden Frühjahr alle jetzt noch offenen Stellen besetzt sein werden.

 

In den Grundstandards werden die Ziele der verschiedenen Arbeitsbereiche des Kirchenkreises für die nächsten Jahre festgelegt. Nach der Erarbeitung und Beratung in verschiedenen Ausschüssen und der Vorberatung in der Septembersitzung des Kirchenkreistages wurden die Grundstandards in Leerhafe unter der Leitung von Pastor Jürgen Neese, Reepsholt, abschließend beraten und mit großer Mehrheit endgültig beschlossen. Damit ist die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung der Arbeit im Kirchenkreis bis 2016 festgelegt.

 

Die sich anschließende Beratung der Stellenplanung für Pastoren, Diakone, Kirchenmusiker und Sozialarbeiter wurde sehr engagiert geführt. Eine weitere Kürzung der Pfarrstellen wurde dabei von den Mitglieder des Kirchenkreistages sehr klar abgelehnt. Trotz abnehmender Finanzmittel wird deshalb die Zahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis bis 2016 nicht gekürzt. In diesem Zusammenhang verabschiedete der Kirchenkreistag einstimmig eine Resolution an die Synode der Landeskirche. Darin wird gefordert, die Pfarrstellen in der Landeskirche nicht weiter zu reduzieren und deren Finanzierung noch für die jetzige Planungsperiode deutlich zu verbessern.

 

Die Finanzplanung bis 2016 ist gekennzeichnet von den weiter abnehmenden finanziellen Zuweisungen der Landeskirche. Daraus ergibt sich ein Spar- und Rationalisierungszwang, der insbesondere die Kirchengemeinden schmerzlich trifft. Nach erneuter intensiver Diskussion wurde die mittelfristige Finanzplanung dennoch abschließend mit großer Mehrheit verabschiedet.

 

Zum Schluss der Sitzung waren Nachwahlen für Ausschüsse fällig: Frau Pastorin Kerstin Tiemann, Horsten / Gödens, wurde in den Kirchenkreisvorstand und Herr Johann Meier, Blomberg-Neuschoo, in den Finanz- uns Stellenplanungsausschuss gewählt.

 

Dr. Karl-Heinz Menßen, 24.11.11



Frauenengagement stärken

Photo: Menßen, Sept. 2011

Versammlung: Kirchenkreistag Harlingerland informiert sich über Angebote für Frauen / Entwurf zur Finanzplanung für 2013 bis 2016 vorgelegt / Resolution zu CCS verabschiedet

Westerholt / KKH.  Der Kirchenkreistag Harlingerland, das Parlament des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland, das die Interessen von über 40.000 Gemeindegliedern vertritt, tagte im Gemeindehaus Westerholt auf Einladung seines Vorsitzenden Dr. Karl-Heinz Menßen. Schwerpunktthemen der Versammlung waren die Frauenarbeit im Kirchenkreis und die Finanzplanung für die Periode 2013 bis 2016.

Das Team der Kreisbeauftragten des Frauenwerkes der ev.-luth. Landeskirche Hannovers (Andreßen, Buisman, Esser und Grambole) hielt die Eröffnungsandacht der Versammlung und berichtete dann über seine Ziele sowie bisherigen und zukünftigen Aktivitäten. Ziel der Arbeit ist es, die ehrenamtlichen und auch sonst interessierten Frauen - nicht nur aus dem kirchlichen Bereich zu stärken, Spiritualität und Handeln aus Frauenperspektive zu wagen. Dabei soll mitgearbeitet werden „an einem zukunftsweisenden Modell der Geschlechtergerechtigkeit“. Das Team lud u. a. ein zum Kreisfrauentreffen, das am 26. Oktober, 15.00 Uhr, in der Residenz in Wittmund stattfindet.

Superintendentin Angela Grimm erläuterte in ihrem Bericht die Pfarrstellensituation im Kirchenkreis, die durch Erkrankungen und Stellenwechsel angespannt ist. Außerdem blickte sie auf den Besuch des Hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister zurück, der Ende August im Kirchenkreis war. „Dies war ein Höhepunkt in diesem Jahr. Und wir haben mit unserer Arbeit Eindruck bei Bischof Meister hinterlassen“, so Grimm. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind eine wesentliche Stütze der kirchlichen Arbeit. Die Superintendentin lud deshalb für Sonntag, 18. Sept., 15.00 Uhr zu einem Dankeschön-Tag für alle Ehrenamtlichen in die Jugendbildungsstätte Asel ein.

Bereits bis Ende diesen Jahres ist für den Kirchenkreis die Finanzplanung für die 4-Jahres-Periode 2013 bis 2016 zu erarbeiten und der Landeskirche vorzulegen.

Die der Planung zugrunde liegenden mittelfristigen Ziele für die Arbeitsbereiche des Kirchenkreises (sog. Grundstandards) wurden von verschiedenen Gremien erarbeitet. Superintendentin Angela Grimm und Pastor Jürgen Neese, Reepsholt, erläuterten der Versammlung die Entwürfe im Detail. Nach einer intensiven Diskussion wurden die Entwürfe zur Beratung in die Kirchengemeinden verwiesen.

Die eigentliche Finanzplanung des Kirchenkreises (Einnahmen und Ausgaben) für die Jahre 2013 bis 2016 wurde im Entwurf vom Vorsitzenden des Finanz- und Stellenplanungsausschusses, Pastor Jürgen Neese, übersichtlich vorgestellt. Die  komplexe Materie soll ebenfalls in den nächsten Wochen in den Kirchengemeinden beraten und dann am 22. November zusammen mit den Grundstandards auf einem weiteren Kirchenkreistag verabschiedet werden.

Auf Initiative von Pastor Torsten Both, Langeoog, wurde eine Resolution des Kirchenkreistages gegen das geplante Gesetz zur Verpressung von Kohlendioxid (CO 2) ohne Gegenstimmen verabschiedet. In dieser Resolution teilt der Kirchenkreistag die Sorge vieler Menschen in der Region vor den Gefahren der noch zu wenig erforschten Technik, Kohlendioxid am Festland oder in der Nordsee im Erdboden zu verpressen. Zugleich werden insbesondere die niedersächsischen Vertreter im Bundesrat, aber auch die Vertreter der übrigen Bundesländer aufgefordert, dem geplanten CCS-Gesetz am 23. September im Bundesrat nicht zuzustimmen.



Dr. Karl-Heinz Menßen, 15.9.2011




Urlauberseelsorge unverzichtbarer Bestandteil kirchlichen Lebens

Kirchenkreistag Harlingerland informierte sich vor Ort

Neuharlingersiel.   In ungewohnter Umgebung kam der Kirchenkreistag, das Parlament des Kirchenkreises Harlingerland, auf Einladung seines Vorsitzenden, Dr. Karl-Heinz Menßen, zu einer Sitzung mit dem Schwerpunktthema „Kur– und Urlauberseelsorge im Kirchenkreis Harlingerland“ zusammen. Auf dem Campingplatz Neuharlingersiel begann man die Sitzung mit einer Andacht im Kirchenzelt. Gestaltet wurde sie von Ehepaar Sigrid und Dieter Meeßmann aus Quakenbrück. Beide leben für zwei Wochen in einem der beiden Wohnwagen der Kirche und gestalten in dieser Zeit das Angebot der kirchlichen Urlauberarbeit, unterstützt vom Bibellesebund, der vor allem  Angebote für Kinder betreut. Ähnliche Angebote der Kirche gibt es im Bereich des Kirchenkreises auch auf den Campingplätzen Dornumersiel, Bensersiel und Harlesiel. Dort sind in der Saison jeweils Teams von zwei bis vier Ehrenamtlichen vor Ort. Möglich sind diese Angebote nur, das machten auch die nachfolgenden Kurzreferate im Kursaal deutlich, durch ein gutes Zusammenwirken von haupt– und vor allem vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, bis hin zu vielen ostfriesischen Posaunenchören, die in der Saison die Campinggottesdienste musikalisch begleiten.

Dass er für dieses Engagement der Kirche dankbar ist, betonte der Kurdirektor Neuharlingersiels, Andreas Eden, in einem kurzen Grußwort.

Den Themenabend vorbereitet hatte Diakonin Heike Pendias, schwerpunktmäßig für die Urlauberseelsorge in Neuharlingersiel zuständig. Als Gast konnte sie Pastor Hartmut Schneider, Geschäftsführer von „Kirche im Tourismus -Region Nordsee“, begrüßen. Er wies auf das große Urlauberpotential hin, das pro Saison aus ca. 1 Million Urlaubern auf den Inseln und 700.000 an der Küste bestehe. Im Schnitt seien sie 7,7 Tage vor Ort,  ein nicht unerheblicher Teil habe Interesse an Angeboten der Kirche. Im Urlaub seien Menschen dafür offener als sonst. Dafür müssten Räume vorgehalten werden, in denen Kirche als feiernde und gastfreundliche Gemeinde erfahren werde.

Von der Insel Langeoog berichtete Pastor Torsten Both, dass von den kirchlichen Angeboten dort ca. 25.000 Menschen in der Saison erreicht würden. Das sei ein nicht unerheblicher Kraftakt für alle Mitarbeiter. Pastorin Kerstin Jaensch (Neuharlingersiel/Werdum) und Pastorin Arnhild Bösemann (Carolinensiel) berichteten von der Arbeit in den Küstenorten. So gäbe es in Neuharlingersiel Überlegungen, eine Art Pilgerweg zwischen den einzelnen Gebäuden, in denen Bibelfliesen zu sehen seien, einzurichten. Gut angenommen würden auch die Kutterfahrten mit Andacht auf dem Wasser. Insgesamt sei das Interesse gerade an geistlichen Angeboten groß.
Susanne Renz vom Kirchenamt Aurich legte in Zahlen dar, dass sowohl die Landeskirche, als auch der Kirchenkreis Harlingerland nicht unerhebliche Finanzmittel in diese sinnvolle und wichtige Arbeit investieren.

Am 31.7. feiert die „Kirche Unterwegs“ an vielen ihrer Einsatzorte den 50. Geburtstag dieser kirchlichen Einrichtung. In Neuharlingersiel wird an diesem Tag Landessuperintendent Dr. Klahr einen Gottesdienst im Kirchenzelt halten.

Superintendentin Angela Grimm berichtete dem Gremium von der Neubesetzung der Pfarrstelle in Horsten und  Neustadtgödens durch Pastorin Kerstin Tiemann aus Hannover zum 1.8.2011 und vom bevorstehenden Besuch des neuen Landesbischofs Ralf Meister im Kirchenkreis, der am Dienstag, dem 23.8., in der Esenser St.-Magnus Kirche in einem Festgottesdienst predigen wird und entließ die Teilnehmer mit dem Reisesegen.

 

Text und Bilder: Anneus Buisman


Kirchenkreistag verabschiedet Haushalt

Photo: Hansberg, März 2011

Erste Sitzung in diesem Jahr in Carolinensiel

Carolinensiel/KKH. Auf der ersten Sitzung in diesem Jahr hat der Kirchenkreistag des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland den Haushalt für 2011 verabschiedet. Die Sitzung wurde mit einer Andacht eröffnet, die Pastorin Arnhild Bösemann hielt. Die rund sechzig Abgesandten aus den Gemeinden  des Kirchenkreises tagten unter dem Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen. Susanne Renz, stellvertretende Leiterin des Kirchenamtes in Aurich, stellte den Anwesenden den Haushaltsplan vor. Wichtige Veränderungen in den Einnahmen und Ausgaben wurden im Anschluss von Renz dargelegt. Aufgrund der konsequenten Kürzungen in vielen Bereichen in den letzten Jahren könne der Kirchenkreis die Einsparvorgaben der Landeskirche Hannovers einhalten, so die stellvertretende Verwaltungsleiterin. Die Jugendbildungsstätte in Asel kann gestiegene Übernachtungszahlen verzeichnen, wozu die neuen inhaltlichen Schwerpunkte in  der Jugendarbeit  beitragen dürften. Aufgrund gestiegener Personal-, Bau- und Sachkosten hat die Landeskirche das Zuweisungsvolumen an den Kirchenkreis erhöht. Auch die Zuweisungen für Sakralbauten werden in diesem und im nächsten Jahr vonseiten der Landeskirche  aufgestockt. Da der Kirchenkreis wichtige öffentliche Aufgaben vor allem im diakonischen Bereich  in unserer  Region übernimmt, beteiligt sich der Landkreis künftig an Personalkostensteigerungen in Erziehungs-, Sucht- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Der Kirchenkreistag beschloss anschließend mit großer Mehrheit den Haushalt für das Jahr 2011. Zuletzt gaben Susanne Renz und Pastor Jürgen Neese, Vorsitzender des Finanz- und Stellenplanungsausschusses, einen Ausblick auf die Planungsperiode 2013 bis 2016 und stellte die Einsparvorhaben der Landeskirche vor.  Personelle Veränderungen gab es im Finanz- und Stellenplanungsausschuss des Kirchenkreises: Erika Freese aus der Kirchengemeinde Westerholt und Hermann Voss aus der Kirchengemeinde Langeoog wurden von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Superintendentin Angela Grimm gab den Anwesenden einen Überblick über geplante Vorhaben und Schwerpunkte in diesem Jahr. „Kirche Unterwegs“ feiere in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Seither sind viele Teams auf Campingplätzen an vielen Orten eingesetzt gewesen. Auch im Kirchenkreis Harlingerland werden die Campingplätze in Bensersiel, Harlesiel, Neuharlingersiel und Westeraccumersiel seit Jahren von ehrenamtlichen Teams der „Kirche Unterwegs“ versorgt. Dieses Jubiläum wird auf allen Campingplätzen am 31. Juli 2011 mit Gottesdiensten gefeiert. Immer wieder würden  Ehrenamtliche gesucht, die gern mit oder ohne ihre Familie einige Zeit auf einem Campingplatz wohnen und im Team mitarbeiten wollten, berichtete Grimm. Des weiteren kündigte die Superintendentin einen Hafengottesdienst am 19. Juni um 10 Uhr in Neuharlingersiel mit einem großen Blasorchester aus Telgte an.  Die Stiftung des Kirchenkreises „Kirche mit Zukunft -  Heute für Morgen handeln“ feiere mit diesem Gottesdienst ihr fünfjähriges Bestehen. Weiter lud Angela Grimm zu der Aufführung der Johannes-Passion mit dem Vokalensemble des Kirchenkreises unter der Leitung von Inka Drengemann-Steudtner am 27. März 2011 um 18 Uhr in der St. Magnus- Kirche in Esens ein. Die Korsika-Freizeit des Kirchenkreisjugenddienstes unter Leitung von Kreisjugenddiakon Matthias Conrad, die vom 11. Juli bis zum 25. Juli 2011 stattfindet, habe noch einige freie Plätze zu verzeichnen. Die Kosten belaufen sich auf 399 Euro. Nähere Informationen  und Anmeldung beim Kreisjugenddienst in Esens. Außerdem wies Grimm auf die bevorstehenden Kirchenvorstandswahlen 2012 hin. Sie konnte auch berichten, dass Pastorin Cathrin Meenken, die bis zum letzten Jahr diesem Kirchenkreis zur Mitarbeit zugeteilt worden war, zur Geschäftsführerin des nächsten Ostfriesischen Kirchentages, der im Juli 2012 in Aurich stattfinden wird, ernannt worden ist. Ein neues Gesicht im Kirchenkreis hieß die Superintendentin willkommen: Pastor Jörg Janköster hat am 1. Februar seinen Dienst in Friedeburg angetreten und stellte sich dem Kirchenkreistag vor. Die Pfarrstelle in Horsten und Gödens werde erneut ausgeschrieben, berichtete Grimm außerdem noch. Heike Lübben als Mitglied der Landessynode in Hannover berichtete von den Ergebnissen der letzten Synodensitzungen. Prägend sei die Bischofswahl gewesen. Der neue Bischof Ralf Meister wird am 26. März in sein Amt eingeführt. Die Synode hat letztmalig die Ausschüttung der Überschüsse an die Gemeinden für die Jahre 2011 und 2012 beschlossen. Künftig sollen Überschüsse nur noch projektbezogen ausgegeben werden. Außerdem tagte die Synode zu Themen wie neue Modelle in der Konfirmandenarbeit, einem neuen Gleichstellungsgesetz, das u.a. auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kirche nun familienfreundliche Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz verschaffen soll und der Einrichtung eines Zentrums zur Regeneration von kirchlichen Mitarbeitern, die an einem „Burnout“ leiden.

Veronika Hansberg, 14.03.2011


Gottesdienst mit Qualität

Dr. Fendler referiert über Qualität im Gottesdienst, Photo: Buisman, Nov. 2010

Kirchenkreistag informiert sich über Methoden der Qualitätsentwicklung


Wittmund/KKH. Rund 1.450 Sonntagsgottesdienste werden in den Gemeinden des Kirchenkreises Harlingerland im Jahr gefeiert. Über Jahre ist die Zahl der Besucher weitgehend stabil geblieben, auch wenn in den Medien oft ein anderer Eindruck vermittelt wird. Immer noch gehen sonntags mehr Kirchgänger in den Gottesdienst, als Fußballanhänger zur Bundesliga. Das war aber für den Kirchenkreistag des Kirchenkreises Harlingerland keine Beruhigung. Wie kann die Qualität der Gottesdienste gesteigert werden? so fragte er sich auf seiner jüngsten Tagung. Passender Weise fand sie in der St. Nicolai Kirche in Wittmund unter der Leitung seines Vorsitzenden, Dr. Karl Heinz Menßen statt.
 
Eingeladen war Pastor Dr. Folkert Fendler. Er leitet das erst vor einem Jahr gegründete Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland), die der Dachverband für fast 25 Millionen evangelische Christen in Deutschland ist. Angesiedelt ist seine Arbeitsstelle im Michaeliskloster in Hildesheim, das zu einem Kompetenzzentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik in der evangelischen Kirche ausgebaut wird.  Fendler, er hat ostfriesische Wurzeln, beschäftigt sich damit, wie Qualitätsmanagement aus der Wirtschaft — bei allen Unterschieden– auch für die Kirche nutzbar gemacht werden kann. Dabei kommen viele Faktoren in den Blick. Natürlich einmal die Menschen, die die Gottesdienste halten. Deshalb waren bei dieser Veranstaltung nicht nur Pastorinnen und Pastoren, sondern auch die Prädikanten und Lektoren, also die ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger  eingeladen. Ihre Stärkung und Ausbildung sei wichtig, ebenso auch das Gespräch über den Gottesdienst miteinander und mit der Gemeinde. Die Gestaltung des Raumes spiele eine Rolle, sowie die technische Umsetzung. Auch Gottesdienste müssten „kundenorientiert“ sein, das begründete er mit einer verblüffenden Argumentation: Gott selber, so Fendler, ist „kundenorientiert“, hätte er sonst in Jesus Christus so die Nähe der Menschen gesucht? Immer noch sei der Gottesdienst die Begegnung von Gott und Mensch, das müsste auch spürbar werden. Nach dem Wort aus der Reformationszeit „ecclesia semper reformanda“ (die Kirche muss sich immer reformieren) seien Überlegungen zur Qualität der Gottesdienste eine ständige Aufgabe.

Im Anschluss trugen Superintendentin Angela Grimm  (Esens) und Pastor Achim Heldt (Wittmund) aktuelle Zahlen aus dem Harlingerland vor. Auch hier halte sich der Gottesdienst stabil. Leicht fallend sei die Zahl der Beerdigungen und Trauungen, gemessen an der Zahl der möglichen. Das habe gesellschaftliche, aber auch ökonomische Gründe. Auf hohem Niveau läge die Zahl der Taufen und Konfirmationen. Der Gottesdienst werde im Harlingerland „hoch geschätzt“, obwohl doch gerne auch die Kirche vor zu großer Abnutzung geschont werde. In der anschließenden Diskussion ging es um die Schlussfolgerungen aus dem Referat. Wie Qualitätsentwicklung in der Region stattfinden kann, darüber will man im Kirchenkreis weiter im Gespräch bleiben.

Nach einem kurzen Bericht der Superintendentin über die aktuelle Situation im Kirchenkreis wurden vom Kirchenparlament noch Frank Schroeder (KG Funnix-Berdum) sowie Pastor Lars Kotterba (KG Westerholt) einstimmig als neue Mitglieder des Immobilienausschusses gewählt, der sich gemeinsam mit den Kirchenvorständen mit der baulichen Pflege kirchlicher Gebäude und vor allem der Kirchen befasst, damit ein guter Gottesdienst auch einen ansprechenden Rahmen hat.

 

Text: Anneus Buisman

Klahr: „Mit allen Wassern gewaschen“

Dr. Klahr bei seinem Vortrag über die Taufe, Photo:Hansberg,Sept. 2010

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr zu Gast im Kirchenkreistag des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland –Vortrag zum Thema Taufe

 

Von VERONIKA HANSBERG

 

Marx/KKH. „Gott nimmt dich an, weil er dich liebt – egal, was du bist“, mit dieser Zusage brachte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr aus Aurich die Kernaussage seines Vortrages „Mit allen Wassern gewaschen – Die Taufe als Geschenk für das Leben“ auf den Punkt. Er war in den Kirchenkreistag des Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland gekommen, um die Delegierten aus den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises auf das Jahr der Taufe 2011 einzustimmen.  Im Gemeindehaus in Marx hatten sich unter dem Vorsitz von Dr. Karl- Heinz Menßen ca. 60 Menschen versammelt, um wichtige Entwicklungen zu hören, um zu beraten und zu entscheiden. Im Zentrum stand der Vortrag Klahrs zur Taufe.  In seiner gewohnt lebendigen und ansprechenden Art lieferte Klahr den Mitgliedern des Kirchenkreistages einen wichtigen Beitrag zur Bedeutung und Praxis der Taufe in den Gemeinden. Nachdem er biblische und historische Anfänge der Taufe benannt hatte, ging er auf die theologische Bedeutung der Taufe ein. Schon zu Zeiten der alten Kirchenvätern Justin und Augustin sei die Frage nach der Kinder- oder Erwachsenentaufe gestellt worden. Klahr stellte den zentralen Gedanken der Gnade besonders heraus. Das mache deutlich, dass man sich schon allein durch sein Menschsein als würdig erweise, die Taufe zu empfangen, es brauche dazu kein aktives Zutun von menschlicher Seite. Die Taufe sei umsonst und damit ein Geschenk. Deshalb betonte Klahr – im Anschluss an Martin Luther -  die Sinnhaftigkeit der Kindertaufe, denn das mache die Bedingungslosigkeit der Taufe besonders deutlich. „Gott lässt uns da etwas zukommen“, so Klahr. Jeder Mensch sei mit hineingenommen in die Gemeinschaft der Christen. Schließlich habe die Taufe auch die Dimension der Ewigkeit, denn mit ihr verbindet sich der Glaube an die Auferstehung und das Leben. Die Konfirmation kam erst im 16. Jahrhundert auf und wurde als Taufbestätigung eingeführt. Es gehe dabei um das Lernen des Glaubens und darum, die Bedeutung der Taufe zu bedenken.  Schließlich sei es Bekenntnis zum christlichen Glauben, weil man erkannt habe, dass man von Anfang an aus Liebe von Gott angenommen sei. Der Landessuperintendent ermutigte die Kirchenkreistagsmitglieder, Menschen immer wieder zu Kirche einzuladen – auch das meine die Taufe. Und dabei würden auch Menschen, die noch nicht getauft sind, eingeladen, den Glauben kennenzulernen. Mit besonderer Gestaltung von Tauffesten könne da ein wichtiges und ermutigendes Zeichen gesetzt werden, dass die Taufe zentrale Bedeutung im christlichen Glauben und damit in der Arbeit der Gemeinden vor Ort habe. „Wir dürfen nicht müde werden, die Taufe immer wach zu halten“, schloss er sein Plädoyer für den alten christlichen Ritus der Taufe ab.

Dr. Klahr präsentiert den neuen "Taufwaschlappen" der ev.-luth. Landeskirche Hannovers; Photo: Hansberg, Sept. 2010

Dass sich im Harlingerland viele Menschen der zentralen Bedeutung der Taufe gewiss sind, könne man schon daran erkennen, dass sich eine große Bereitschaft der Menschen zur Taufe beobachten lasse.Daran anknüpfen konnte Pastor Jürgen Neese aus Reepsholt, als er von einem großen Taufgottesdienst im Juni dieses Jahres am Etzeler See berichtete. Die Kirchengemeinden im Süden des Kirchenkreises haben diesen Gottesdienst zusammen vorbereitet und gestaltet. Zusammen 18 Täuflinge vom Baby bis zum Erwachsenen haben an diesem Tag ihre Taufe empfangen. „Es lohnt sich und es stärkt den Gedanken der Taufe in unseren Gemeinden“, machte Neese den Versammelten Mut zur Nachahmung.

Zuvor hatte der Kirchenkreistag unter Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen einige Punkte auf der Tagesordnung gehabt. Pastor Engelbert Groen stimmte mit einer Andacht zur Frage. „Was treibt uns in unserem Leben?“ auf den Abend ein. Schließlich gedachten die Kirchenkreistagsmitglieder ihres im August verstorbenen Mitgliedes Herbert Gerjets im Gebet. Dann begrüßte Menßen die neuen Mitglieder: Frank Schmucker aus Marx und Pastor Lars Kotterba, der seit Anfang August gemeinsam mit seiner Frau Silke das Pfarramt in Westerholt führt. Pastorin Dr. Hannegreth Grundmann, die seit Juni für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Ostfriesland zuständig ist, stellte sich an diesem Abend dem Kirchenkreistag vor.

Superintendentin Angela Grimm gab den Delegierten aus den Gemeinden ihren Bericht über aktuelle Veränderungen und Entwicklungen im Kirchenkreis. Sie erinnerte an die gelungene Einweihung des neuen Kirchenamtes im Juni in Aurich und dankte damit gleich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes, die die Feierlichkeiten intensiv mit vorbereitet hatten. Mitte August sei schließlich das Diakonische Werk des Kirchenkreises Harlingerland in die ehemaligen Räumlichkeiten des Kirchenamtes in der Drostenstraße 14 in Wittmund eingezogen. Die Beratungen finden schon jetzt wieder zu den gewohnten Zeiten statt. Einen Einblick erhalten alle, die am 5. Oktober ins neue Diakonische Werk kommen, zu einem „Tag der offenen Tür“.
Zu den Personalia konnte Grimm berichten, dass im Juli das Pastorenehepaar Iveta und Cord-Michael Thamm Asel verlassen hätten, um in Diepholz ihre erste Pfarrstelle anzutreten. Mit Honorarkräften werde die Arbeit an der Jugendbildungsstätte unter Leitung von Pastor Torsten Nolting-Bösemann weitergeführt. Insgesamt könne die Jugendbildungsstätte in Asel derzeit Positives berichten. „Wir freuen uns, dass wir da so gut aufgestellt sind“, bilanzierte sie. Im August schließlich konnten Silke und Lars Kotterba in Westerholt auf die Pfarrstelle eingeführt werden. Pastorin Christine Lammers ist seit diesem Schuljahr mit einem halben Stellenumfang an der KGS in Wittmund im Religionsunterricht tätig. Dafür helfe Pastorin Rosemarie Giese in der Kirchengemeinde Ochtersum aus. Pastorin Angela Kern-Groen sei zudem jetzt mit einer halben Pfarrstelle als Vertretungskraft und Springerin im Kirchenkreis tätig. Ein gutes Feedback gab die Superintendentin über eine gemeinsame Fahrt von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Hannover zum Ehrenamtlichentag der Landeskirche Hannovers am 4. September. Dadurch angeregt werde nun schon eine Fahrt zum Ev. Kirchentag in Dresden 2011 geplant. Ferner konnte Grimm berichten, dass der Kirchenkreis in die Klimaschutzinitiative des Bundes aufgenommen worden sei. Welche Gebäude für das Förderungsprogramm in Frage kämen, sei noch nicht klar. Zuletzt wies Grimm noch auf das „Erntedankfest“, das die Landfrauen und das Landvolk zusammen mit dem Diakonischen Werk im Harlingerland vorbereiten, hin. Die Veranstaltung findet am 25. September von 10 bis 15 Uhr auf dem Marktplatz in Wittmund statt. Um 14:30 Uhr wird ein Gottesdienst unter der Regie von Pastor Thomas Thiem und Superintendentin Grimm angeboten.

Dr. Klahr (am Pult), dann (von links): Dr. Hannegreth Grundmann (Holtland), Sup. Angela Grimm (Esens) und Dr. Karl-Heinz Menßen (Wittmund); Photo: Hansberg, Sept. 2010

Nach einer engagiert geführten Diskussion wurde die Bildung eines sog. Perspektivausschusses auf die nächste Sitzung des Kirchenkreistages vertagt. In diesem Ausschuss sollen die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Kirchenkreis und die Gemeinden im Harlingerland  analysiert werden.Sodann lieferte Friedrich Pralle aus Wittmund seinen Bericht von der letzten Landessynode in Hannover, wohin er aus Ostfriesland als Synodaler entsandt ist. Das zentrale Thema der Synodentagung ist das Thema „Bildung“ gewesen. Einig seien sich alle darüber, dass Bildungsaufgaben ganz wesentlich zum Auftrag der Kirche gehören. Konkret bedeute dieses, dass Kindergärten und –krippen in ev. –luth. Trägerschaft gestärkt und in besonderer Weise unterstützt und begleitet werden sollen. Kirchliche Beteiligung an Familienzentren und Schulen sei diskutiert und ihnen sei ein besonderes Augenmaß gegeben worden. Aber auch die strukturelle Weiterentwicklung von Bildung sei wichtig, so Pralle. „Ev. Kirche tut gut daran, alternative Modelle zu unterstützen“, meint Pralle. Den Religionsunterricht betrachte die Synode, erzählt Friedrich Pralle, als unverzichtbaren Bestandteil des schulischen Lernens.   Aber auch der außerschulischen Bildung sei Platz einzuräumen, wie etwa der Kinder- und Jugendarbeit in den ev. – luth. Gemeinden auch unseres Kirchenkreises. Und nicht zuletzt die Bildung, die in den eigenen vier Wänden -  in den Familien – geschehe. Das bewertungsfreie Lernen dürfe nicht unterschätzt werden. Bildung sei ein umfassender Begriff, der alle Lebensbereiche des Menschen betreffe und deshalb sei Kirche in dieser Sache mit dabei, schließt Pralle seinen Einblick in die letzte Synodentagung.    

 

Veronika Hansberg
08.09.2010


"Essen hält Leib und Seele zusammen" - Dr. Detlef Klahr zu Gast im Harlingerland

(Von links): Dr. Karl-Heinz Menßen, Holger Dierks, Dr. Detlef Klahr und Superintendentin Angela Grimm

Landessuperintendent Dr. D. Klahr erstmalig im Kirchenkreistag zu Gast / Verwaltungsleiter Holger Dierks stellt sich vor


VON VERONIKA HANSBERG


Friedeburg/Harlingerland.
Der von der gastgebenden Gemeinde liebevoll zubereitete Imbiss, der die Delegierten aus den Kirchengemeinden des Kirchenkreistages am vergangengen Donnerstag im Gemeindezentrum am Endelweg in Friedeburg erwartete, stimmte schon thematisch auf den bevorstehenden Abend ein.  Das Abendmahl stand auf der Tagesordnung als Schwerpunktthema. Referent zu diesem Thema war Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr aus Aurich, der den Sprengel als Regionalbischof seit 2007 leitet. Unter dem Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen aus Witmund gab es -  nach einer Andacht gestaltet durch den Ortspfarrer Freimut Messow -  einige Dinge abzuhandeln. Zunächst konnte Menßen einige neue Mitglieder im KKT begrüßen: Pastorin Annette Lehmann aus Spiekeroog, Pastor Torsten Nolting aus Asel, Karin Emken aus Esens, Hans-Peter Spinger-Weise aus Stedesdorf, Manfred Martens  aus Stedesdorf, Pastorin Rosemarie Giese für Stedesdorf, Pastor Thomas Thiem für Ardorf.    Superintendentin Angela Grimm berichtete, dass der im letzten Jahr  bei der Landeskirche vorgelegte Stellenrahmenplan des Kirchenkreises für die Planungsperiode bis 2012 genehmigt worden sei. Ferner kündigte Grimm an, dass für Herbst diesen Jahres ein „Konfi-Teamer-Tag“ geplant sei, zu dem alle ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis eingeladen sind. Dieses Projekt stehe unter der Leitung von Pastorin Martina Stecher, die zur Zeit eine Weiterbildung zur „Freiwilligenmanagerin“ absolviert. Außerdem würden interessierte Frauen gesucht, die Lust haben, sich als neues Kreisfrauenteam in der Frauenarbeit im Kirchenkreis zu engagieren. Gabriele Buisman, seit Januar diesen Jahres wohnhaft in Esens, habe  dieses angeregt und freue sich auf weitere Interessierte. Außerdem berichtete die Superintendentin den Kirchenkreistagsmitgliedern von der viertägigen Klausurtagung der Kirchenkreiskonferenz in Berlin. Die 23 Teilnehmer der Fahrt hätten wichtige Impulse für die Gemeindearbeit mitgebracht. Verschiedene thematische Schwerpunkte standen auf dem Programm: Christlich-jüdischer Dialog, Kirche und Politik, strukturelle Veränderungsprozesse in den Kirchen der neuen Bundesländer, Arbeit der Stadtmission. Auf vielfältige Weise könne aus den Erfahrungen und Eindrücken die Arbeit vor Ort in den Gemeinden des Harlingerlandes befruchtet werden, wünschte sich Grimm im Rückblick auf die Klausurtagung. Die im letzten Jahr beschlossene Fusion der Verwaltungsämter der Kirchenkreise Aurich und Harlingerland sei zu Beginn diesen Jahres vollzogen worden, fuhr die Superintendentin fort. Der neue Kirchenkreisverband Ostfriesland-Nord sei nun verwaltungsmäßig vertreten durch das Kirchenamt in Aurich, wodie Kräfte und Ressourcen gebündelt würden.. Bis zur Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes werde das Amt in Wittmund als Außenstelle des Kirchenamtes in Aurich weiter fungieren. Ende  diesen  Jahres ist der Umzug nach Aurich geplant.    Holger Dierks vom ehemaligen Kirchenkreisamt in Aurich stellte sich den Kirchenkreistagsmitgliedern an diesem Abend in Friedeburg als neuer Leiter des Kirchenamtes in Aurich vor. Susanne Renz aus Wittmund ist stellvertretende Leiterin. Dierks gratulierte den Anwesenden zur  Entscheidung  des Kirchenkreistages für die Strukturreform. Die Verwaltung wolle sich ganz auf ihre wichtigsten Aufgaben konzentrieren: Sie  habe eine dienende Funktion und  wolle Ansprechpartner für alle Mitarbeiter sein, vor allem auch für Ehrenamtliche. Es sei geplant, dass im Jahr 2013 der Kirchenkreis Norden dem Kirchenkreisverband beitrete. Gut sei es, dass die Fusion rechtlich bereits jetzt vollzogen wurde, denn  so könnten wichtige Vorarbeiten und Überlegungen vorangetrieben und Mitarbeiter zusammengeführt werden, so Dierks.
Heike Lübben berichtete als Synodale  von den neuesten Entwicklungen und Verhandlungen der Landessynode in Hannover. Ein großes Thema sei Jugendarbeit, speziell auch die Ausstattung von Kindertagesstätten innerhalb der Landeskirche. Außerdem sollten Familienzentren weiter gefördert werden. Pastor Jürgen Neese als Vorsitzender des Finanz- undStellenplanungsausschusses unterrichtete die Vertreter aus den Gemeinden über das kleine Plus bei den Kirchensteuereinnahmen im letzten Jahr, die nun laut Beschluss des Kirchenkreistages vor allem für die energetische Verbesserung von zahlreichen Gebäuden im Kirchenkreis verwendet werden sollen. Es konnte weiter berichtet werden, dass das Projekt „Starterpaket für Schulanfänger“ im letzten Jahr gut gelaufen sei und im Rahmen eines Bonifizierungsprogramms die Geldsumme, die hier im Kirchenkreis dank einiger Unterstützer zusammenkommen konnte, von der Landeskirche aufgestockt werden konnte. Die evangelische Kirche im Harlingerland solle dieses Thema weiter im Blick behalten, meinte Dr. Menßen.

Dr. Detlef Klahr (Aurich) plädiert für Kinder bei der Abendmahlsfeier; Photos: Hansberg, Februar 2009

Im Zentrum des Abends stand schließlich ein sehr lebendiger und tiefgehender Vortrag von Dr. Klahr, der in seinem Vortrag „Die Gastfreundschaft Gottes feiern – zur Abendmahlsfrömmigkeit in unseren Gemeinden“ vor allem auch die eigenen Erfahrungen der Anwesenden ansprach und mit einem kurzen Abriss zur Geschichte der Abendmahlspraxis einen neuen Blick auf die Abendmahlsfeiern in den Gemeinden eröffnete. Er ermutigte auch zu neuen Formen der Abendmahlsfeier und hielt ein beeindruckendes Plädoyer zur Feier des Abendmahls mit und für Kinder (der Harlinger berichtete). So seien alle eingeladen zu einem neuen Nachdenken über die Abendmahlspraxis in den Gemeinden. Klahr forderte auch den Mut zum Feiern – „Essen hält eben Leib und Seele zusammen“. Nach einem Austausch über Fragen zum Referat Klahrs bestand die Möglichkeit zu einer Fragerunde: „Was ich schon immer einmal fragen wollte...“. Der Abend schloss mit einer gemeinsamen Abendmahl, das erstmalig im Rahmen einer Kirchenkreistagssitzung gefeiert wurde.

Veronika Hansberg

27.02.2009         

 

Ev. Christen im Harlingerland gegen Rechtsextremismus

 

Wichtige Entscheidungen getroffen/  Weg frei für Kirchenkreisverband mit Aurich ab 2009

 

Esens.  (KKH) Mit einer Andacht über das Buch von Martin Zusak „Die Bücherdiebin“ erinnerte Superintendentin Angela Grimm aus Esens an die Ereignisse des 9. November und eröffnete damit die letzte Sitzung des Kirchenkreistages in diesem Jahr. 57 stimmberechtigte Mitglieder aus dem Kirchenkreis Harlingerland waren unter dem Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen am Donnerstag im Gemeindehaus in Esens zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen wichtige Entscheidungen. Zuvor brachte Superintendentin Grimm aus aktuellem Anlass für die Kirchengemeinde Esens die Resolution „Zehn Thesen von Christen gegen Rechtsextremismus“ ein, die einstimmig verabschiedet wurde. „Es ist wichtig, dass wir als Christen unsere Stimme erheben und eindeutig gegen menschenverachtende Gesinnnungen Position beziehen“, meinte Grimm vor der Veröffentlichung der Thesen, die aus dem Kirchenkreis Lüneburg stammen und denen sich das Harlingerland nun eindeutig anschließt.   Nun berichtete Grimm von personellen Veränderungen seit der letzten Sitzung: Pastorin Cathrin Meenken ist seit Juni diesen Jahres im Kirchenkreis zur Entlastung mit eingesetzt. Pastor Burkhard Schlepper, Ardorf, ist Ende Oktober in den Ruhestand getreten und Pastor Thomas Thiem aus Wittmund hat nun den Versehungsauftrag für die Kirchengemeinde Ardorf übernommen. Eine weitere personelle Veränderung wird sich in Kürze auf Spiekeroog ergeben: Pastor Joachim Breithaupt geht mit Ablauf den Monats November in den Ruhestand und Pastorin Annette Lehmann (jetzt noch Melle) wird am 14. Dezember auf Spiekeroog eingeführt werden. Außerdem konnte Grimm dem Kirchenkreistag berichten, dass die halbe Pfarrstelle in Asel voraussichtlich zum 1. Dezember besetzt werden wird. Im übrigen bedankte sich Grimm bei den Mitwirkenden bei wichtigen Projekten im Kirchenkreis in der letzten Zeit: Bei der Aktion „Starterpaket“ zum Schulanfang, beim Abend des Sambia-Arbeitskreises und bei dem „Tag der Ehrenamtlichen“ in Asel.

Im Hinblick auf die vorgegebenen Einsparziele, die ab 2009 umgesetzt werden sollen, und die damit verbundenen Verschlankung im Verwaltungsbereich konnte von ersten wichtigen Ergebnissen berichtet werden. Zum Beginn des Jahres 2009 wird als Träger für eine gemeinsame Verwaltung ein Kirchenkreisverband „Ostfriesland-Nord“ durch die Kirchenkreise Harlingerland und Aurich gegründet. Der Kirchenkreistag stimmte an diesem Abend der Verbandsgründung zu.  Sitz des neuen gemeinsamen Kirchenamtes wird Aurich sein. Geplant ist, dass der Kirchenkreis Norden im Jahr 2013 dem Kirchenkreisverband beitritt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des jetzigen Kirchenkreisamtes Wittmund werden in den Verband übergeleitet werden, aber voraussichtlich bis Ende 2009 noch in der Außenstelle Wittmund ihren Aufgaben nachgehen, bevor der Umzug in die neuen Räumlichkeiten in Aurich ansteht.   Die Kirchenkreisvorstände der beteiligten Kirchenkreise werden für den Verband eine eigene Satzung und Finanzvereinbarung formulieren, die zum 01.01.2009 in Kraft treten wird. Geleitet wird der Verband vom Verbandsvorstand, in dem die Superintendenten der Kirchenkreise und je zwei Mitglieder der jeweiligen Kirchenkreisvorstände entsandt werden. An diesem Abend wurden Harm Poppen aus Westerholt und Henry Behrens aus Wittmund in den Verbandsvorstand gewählt. Ruth Thurm (Friedeburg) und Imke Heyen (Reepsholt) übernehmen die stellvertretenden Posten.    

Ein weiterer Punkt an diesem Abend war der endgültige Beschluss der detaillierten Ziele für die Finanzplanung im Zeitraum 2009 bis 2012. Im übrigen fielen die endgültigen Beschlüsse zum Stellenrahmenplan, der nun vorsieht, dass bis zum Jahr 2012 eine halbe Pfarrstelle im Kirchenkreis entfallen wird. Den Kirchenkreistagsmitgliedern wurden die Kriterien für die Berechnung der Pfarrstellenanteile der Kirchengemeinden durch Pastor Jürgen Neese (Reepsholt) im Detail erläutert. Ergänzt wurde dieser Beschluss durch die Verabschiedung einer umfassenden Finanzsatzung des Kirchenkreises für den kommenden Planungszeitraum. Abschließend konnte der Kirchenkreistag die Jahresrechnung 2007 abnehmen und Kirchenkreisvorstand und Kirchenkreisverwaltung die Entlastung erteilen.  Die Superintendentin beschloss mit Lied und Reisesegen den Abend.

Veronika Hansberg

16.11.2008


Mit den Menschen in Not reden, nicht über sie

Marlis Winkler, Referentin für die Kirchenkreissozialarbeit im Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche (am Pult) und Pastor Joachim Breithaupt referieren zum Thema Armut. Photo: Radig, Juni 2008

Kirchenkreistag befasst sich mit ortnahen Konzepten zur Bekämpfung von Armut

VON VERONIKA HANSBERG

KKH/Horsten. Zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause war der Kirchenkreistag des Kirchenkreises Harlingerland in dieser Woche im ev. Gemeindehaus in Horsten zusammengekommen. Nach einer Andacht von Pastor Wolfgang Radig konnten die anwesenden aus den einzelnen Kirchengemeinden entsandten Mitglieder unter dem Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen des Kirchenkreistages  eindrücklichen und engagierten Beiträgen zum Thema Armut folgen.     Pastor Joachim Breithaupt  stellte Verlautbarungen der Landeskirche in Hannover vor. Mit dem Aktenstück 168 der 23. Landessynode vom 28.11.2007 sei der Begriff der Gerechtigkeit verstärkt in den Blick gekommen. Auch die 10. EKD-Synode habe sich mit der Stellungnahme „Gerechtigkeit erhöht ein Volk“ viele Gedanken zu dem Thema gemacht. Einig sei man sich in der Ansicht, dass es nicht ausreiche, Sozialleistungen zu zahlen oder auch mal zu erhöhen, sondern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sei vielmehr vernachlässigt worden und muss ermöglicht werden. „Menschen in Not dürfen nicht nur Objekte der Fürsorge sein, sondern es muss ihnen eine eigene Lebensgestaltung möglich sein“, meinte Breithaupt. „Deshalb wollen wir, dass Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird und das möglichst ortsnah.“ Ein Projekt dazu ist die Einführung der sog. Ämterlotsen. Bei diesem Projekt sollten Menschen aus den Gemeinden vor Ort, Menschen, die Hilfe brauchen vor allem mit Rat zur Seite stehen und dieses mit den diakonischen Hilfsangeboten im Kirchenkreis vernetzen. „Wir müssen mit den Menschen in der Not reden, nicht über sie“, beschrieb Breithaupt die Intention der ortsnahen Projekte. Gemeinden seien aufgerufen, die Praxis vor Ort zu prüfen: Sind wirklich alle Angebote, die Kirchengemeinden machten, für alle Menschen offen? Mit großer Mehrheit angenommen wurde die Bitte an die Kirchengemeinden im Kirchenkreis, je ein konkretes Projekt zur Bekämpfung von Armut bis Februar 2009 auf den Weg zu bringen. Marlis Winkler, Referentin für die Kirchenkreissozialarbeit im Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche war zu diesem Thema gekommen. Sie stellte die Aktion des Diakonischen Werkes der Landeskirche Hannovers vor: „Sieben Wochen leben mit Hartz IV“, die an die Fastenaktion der evangelischen Kirchen „Sieben Wochen ohne“ anschließt.  Die weit verbreitete Meinung lautet, so Winkler:  „Mit Hartz IV lässt es sich in Deutschland gut leben, und Armut in diesem Lande – die gibt’s nun wirklich nicht“.
Hartz IV bedeute jedoch Einschränkungen für die gesamte Lebensführung – Einschränkungen, mit denen in Deutschland gezwungenermaßen immer mehr Menschen leben müssen.
Die gesamte Fastenaktion sei  dahingehend konzipiert, dass es sich möglichst nahe an der Realität orientiert. Im Vordergrund stehe die Möglichkeit, sowohl eigene Erfahrungen mit Armut und Ausgrenzung zu machen als auch Informationen zum Thema Hartz IV zu erhalten und solidarisch zu handeln. Durch die Aktion sollte der Blick dafür geschärft werden, wie es Menschen am Rande der Gesellschaft geht.
An verschiedenen Standorten haben sich in verschiedenen Kirchenkreisen Haushalte zur Teilnahme angemeldet. Es gehe bei der Aktion darum, einen Einblick in diese Lebensbedingungen zu ermöglichen, um so für mehr Verständnis zu werben: sensibel zu werden, Erfahrungen zu sammeln und zu handeln, mitreden zu können und dadurch einen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu leisten. Friedrich Pralle, Diakon und für den Kirchenkreis Harlingerland in der Landessynode in Hannover, stellte das Konzept der Synode einer Initiative zur Bekämpfung von Armut unter Kindern. Das Konzept trägt den Titel „Kinderarmut hat viele Gesichter. Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft“.  Es ist vorgesehen, insbesondere in Kindertagesstätten und Schulen Projekte zu initiieren. Die Initiative soll zum Schuljahresbeginn 2008/2009 beginnen und in besonderer Weise die Situation der Erstklässler in den Blick nehmen. Die Grundausstattung mit Schultüte, Schulranzen, Büchern und Arbeitsmaterial verursacht für Eltern, die den Unterhalt ihrer Familie aus Hartz-IV-Mitteln bestreiten müssen, große Kosten. Dafür erhalten sie keine zusätzliche staatliche Unterstützung. Es ist vorgesehen, im Haushalt 2009/2010 von Seiten der Landeskirche für die Initiative eine Million Euro zur Verfügung zu stellen, so Pralle. Das solle über ein Bonifizierungsprogramm laufen. Mittel, die vor Ort oder in der Region aufgebracht werden, sollen mit bis zu 10.000,- Euro gefördert werden: Für je drei eingeworbene Euro gibt die Landeskirche einen Euro dazu.  Starterpakete für Erstklässler sollen bereits in diesem Jahr im Verhältnis 1 zu 1 ebenfalls  bonifiziert werden. Pastor Albert Lübben aus Blomberg hat sich schon konkrete Gedanken gemacht zum Thema „Hilfe beim Schulstart“. So hatte er an diesem Abend eine Schultüte mitgebracht, um die anwesenden Kirchenkreistagsmitglieder für das Thema zu gewinnen. Symbolisch wurden an dem Abend in Horsten da hinein die ersten Summen von den Anwesenden gelegt. Darüber hinaus beschloss der Kirchenkreistag, die nachdrückliche Bitte an die Kirchengemeinden zu richten, das Projekt „Starterpaket Schulanfänger“ mit finanziellen Mitteln zu unterstützen, die über die Stiftung des Kirchenkreises „Kirche mit Zukunft“ aus der Landeskirche „vermehrt“, d.h. bonifiziert werden sollen. „Es kann nicht sein, dass wir zulassen, dass Kinder von Anfang an am Rande stehen“, erläuterte Lübben sein Engagement.  „Das alles können nur kleine Schritte zu begleitenden, helfenden Maßnahmen sein,“ meinte Breithaupt, längerfristiges Ziel müsse es sein, die Menschen wieder in die Gesellschaft hineinzuholen und sie teilhaben zu lassen an der Gemeinschaft. Petra Giesemann, Mitarbeiterin in der Lebensberatung des Diakonischen Werkes in Wittmund lieferte dann noch konkrete Zahlen aus dem Kirchenkreis: Bei 2400 Bedarfsgemeinschaften, die eigentlich unter dem Existenzminimum leben, könne man nicht davon sprechen, dass der viel gelobte Aufschwung bei allen angekommen sei. Bei den kirchlichen Kindergärten hier im Kreis sei besonders der Blick dafür zu schärfen, wie Kinder nicht ausgegrenzt sind.

Im Anschluss wurde den Kirchenkreistagsmitgliedern noch der Berechnungsschlüssel für die Gemeindepfarrstellen in der Planungsperiode 2009-2012 vorgestellt. Der Stellenrahmenplan zu den Pfarrstellen muss bis Ende diesen Jahres vom Kirchenkreistag beschlossen werden. Personell hat sich auch etwas getan: Pastor Peter Beyger aus Westerholt hat den freien Platz als Beisitzer im Kirchenkreistagsvorstand eingenommen. „Es war ein informativer und bewegender Abend mit diesem dichten Thema“, sagte Karl-Heinz Menßen am Ende und Superintendentin Angela Grimm ist sich sicher: „Kirche vor Ort muss vor allem den Menschen in der Not eine Pforte geben, durch die sie hineinkommen zu dem, was ihnen guttut.“ Diese Situation wird kirchliche Gremien und die Menschen noch länger beschäftigen.

 Veronika Hansberg, 01.07.2008


Die Chance zum Aufbruch

Kirchenkreistag des  Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland tagte in Westerholt

Von Veronika Hansberg

 

KKH/Westerholt. „Gemeinsam sind wir als Kirche auf dem Weg durch die Zeit“ - Pastor Peter Beyger eröffnete am Mittwoch, dem 2. Mai 2007 mit einer Andacht zum Thema „Perspektiven“ die Sitzung des Kirchenkreistages des  Ev.-luth. Kirchenkreises Harlingerland. Der Kirchenkreistag als leitendes Gremium des Kirchenkreises war unter Vorsitz von Dr. Karl-Heinz Menßen zusammengetreten, um Aktuelles aus dem Kirchenkreis zu beraten und zu beschließen.

 

Im Mittelpunkt  des Abends im Ev. Gemeindehaus von Westerholt  stand der Bericht der „Zukunftswerkstatt“ des Kirchenkreises,  dem Gremium, das  Aufgaben und Ziele der kirchlichen Arbeit vor Ort beschreibt und auf Umsetzung prüft. Auf der Grundlage dieses Berichtes und einer sehr engagierten Diskussion  wurden mit großer Mehrheit die „Leitsätze für die Ausrichtung der kirchlichen Arbeit im Ev.-luth. Kirchenkreis Harlingerland“ verabschiedet. Es könne nicht nur um reine Zahlenspiele angesichts einer schwierigen  Zukunft gehen, so Pastor Joachim Breithaupt als  Berichterstatter für die Zukunftswerkstatt, sondern es gelte insbesondere, sich den zukünftigen Herausforderungen mit Optimismus zu stellen und offene Entscheidungsmöglichkeiten jetzt zu nutzen. Das besondere Profil der Kirche im Harlingerland solle dabei herausgestellt und gestärkt werden. Basierend auf den Leitsätzen soll ein Prozeß in den Gemeinden angestoßen und weiterentwickelt werden, der zu konkreten Maßnahmen und Handlungsoptionen führt.  Es gehe vor allem auch darum, die Arbeit im Kirchenkreis zum Wohle der Menschen besser und effektiver zu  gestalten, betonte Superintendentin Angela Grimm.

 

Der zu lösende Grundkonflikt ist eine Gratwanderung: Zwischen der Erhaltung der Strukturen  der über Jahrhunderte gewachsenen Gemeinden und der Veränderung  dieser Strukturen, weil die Kleingliedrigkeit der Gemeinden im überwiegend ländlich geprägten Kirchenkreis Harlingerland auf Dauer nicht zu finanzieren ist.   Deshalb muss  eine Strukturreform  bis Ende 2012 in mehreren Schritten umgesetzt werden, indem größere Einheiten geschaffen werden sollen, ohne gewachsene Gemeindegrenzen anzutasten.

Der Einfluß der einzelnen Kirchenkreise soll gegenüber der Landeskirche in Zukunft gestärkt werden. Dennoch muss der Kirchenkreis Harlingerland ab 2009 erhebliche Summen im Haushalt einsparen, berichtete Pastor Jürgen Neese als Vorsitzender des Finanz- und Stellenplanungsausschusses.

 

Geld allein kann aber nicht das Thema sein, sondern die Begleitung der Menschen in den Kirchengemeinden und in anderen Diensten der Kirche, z.B. des Diakonischen Werkes, soll auch zukünftig Ziel der kirchlichen Arbeit und Entscheidungen  sein. „Das muss weiter gewährleistet  sein“, so lautete das eindeutige Votum der Vertreter aus den Kirchengemeinden auf der Kirchenkreistagssitzung. Deshalb sollen die anstehenden Veränderungen, die auch immer ein bißchen Abschied bedeuten werden, als Chance zum Aufbruch und zum sinnvollen Einsatz von Kräften und Fähigkeiten  aufrufen.

Veränderungen stehen auch Bernhard Müller, dem Verwaltungsleiter des Kirchenkreisamtes in Wittmund, bevor: Zum letzten Mal stellte er den Haushalt auf dieser Sitzung vor. Nach 33 Jahren als „guter Haushalter für den Kirchenkreis“, so Dr. Menßen am Schluß der Sitzung, wird er im Sommer in den Ruhestand gehen.

 

Kirche auf dem Weg durch die Zeit – ein Weg, den es gilt gemeinsam zu gehen! Aufbruchsstimmung.

 

 

 

Veronika Hansberg 03.05.2007


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Der Vorstand des KKT

Vorsitzender: Dr. Karl-Heinz Menßen, Wittmund
Stellvertr. Vorsitzende: Pn. Christine Lammers, Ochtersum
Beisitzer: Karin Emken, Esens,
Gertrud Briese, Esens,
Michael Woltersdorf, Esens

Ausschuss für Finanzen und Stellenplanung

Vorsitzender: P. Jürgen Neese, Reepsholt

Diakonieausschuss

Vorsitzender: P. Thomas Thiem, Wittmund

Schul- und Jugendausschuss

Vorsitzender: Diak. Matthias Conrad, Esens

Immobilienausschuss

Vorsitzender: Paul Krüger, Westerbur